Elektro City-Roller im Test: Was taugen die elektrischen Flitzer?

Die Zukunft des Individualverkehrs ist elektrisch und Mallorca bietet für die Entwicklung und Erprobung zukunftsgerichteter Technologien die besten Vorraussetzungen.

Mit nur 80 km Durchmesser ist Reichweite kaum ein Problem, die Insel bietet jede Form von Infrastruktur und die fast immer scheinende Sonne erlaubt theoretisch die Verwendung von Solartankstellen für E-Fahrzeuge. Mit über 60.000 Mietfahrzeugen auf der Insel könnte hier erstmals eine nennenwerte Flotte elektrischer Fahrzeuge den Alltag beherrschen und Impulse für die Zukunft geben.

Es müssen aber nicht immer Autos sein: E-Mobilität ist vielfältig und kompakt

Immer mehr Menschen kehren dem Auto in seiner heutigen Form den Rücken und nutzen elektrisch betriebene Kleinstfahrzeuge wie E-Bikes, E-Klappräder und neuerdings auch klappbare E-Roller mit eingebautem Rückenwind. Wir haben zwei dieser hochwertigen Taschen-Flitzer getestet:

Cityjet C1 und A1: Zwei Zwillinge mit kleinen Unterschieden

Beide E-Roller sehen sich auf den ersten Blick sehr ähnlich: Kernstück dieser schicken Stadtroller ist das dicke Zentralrohr mit integrierter Beleuchtung, Antriebsrad und dem Akku, der unsichtbar innerhalb der Steuersäule untergebracht ist. Die Steuereinheiten sowie das Display sind bei beiden Modellen identisch, nur die Griffe des C1 sind zusätzlich mit Spannringen gesichert.

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Der Unterschied bei den beiden E-Flitzern liegt im Material und im Preis: Während der A1 aus matt lackiertem Aluminium gefertigt ist und auch in seinen Bauteilen etwas einfacher konstruiert daherkommt, ist der C1 aus Carbon gefertigt und weißt eine sichtbare Carbonoptik sowohl am Steuermast als auch im Standbrett auf.

Der Gewichtsunterschied macht ungefähr 1 kg aus, was nicht unerheblich ist, wenn man die Roller auch mal tragen möchte. So wiegt der C1 gerade mal 6,5 kg, während der A1 mit 7,6 kg deutlich schwerer in der Hand liegt. Preislich schlägt die Carbon-Variante mit rund 320 Euro Aufpreis zu buche.

Auspacken und losfahren

Die beiden CityJets von E-Mobility-Labs Mallorca kommen in einem Langkarton mit Schutzinlays für den wertvollen Inhalt. Die Roller sind komplett vormontiert und lediglich die beiden Lenkgriffe mit Steuereinheit und Display müssen noch angeschraubt werden. Dazu liegt ein Schnellladegerät und die kurze Medienanleitung bei.

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Nach 3 Minuten kann der Spaß also bereits beginnen. Die Akkus sind bereits geladen, so daß man direkt aus der Verpackung losfahren kann. Und das geht ganz einfach: Einfach den Lenkmast entriegeund der gewählte Fahrmodus. Beide Roller können von gemütlich (Stufe 1), Normal (Stufe 2) und Sport (Stufe 3) geschaltet werden.

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Wir sind mutig und nehmen gleich Stufe 3. Es soll ja Spaß machen.

Bedienelemente

Die CityJets verfügen über einen stufenlosen Fahrregler (Gas) am rechten Lenkergriff und eine ebenso Stufenlose Motorbremse am linken Griff. Zusätzlich ist Hinterrad bremsbar ausgelegt. Ein Lichtschalter erlaubt das Zuschalten der sehr hellen LED Frontbeleuchtungen, die in der Lenksäule integriert sind.

Der typische Einsatz: Draussen parken, in die Stadt fahren

In Palma ist die Innenstadt zu Teilen gesperrt oder blaue Zone, so daß viele Arbeiter und Angestellte ihre Autos weit außerhalb in der weißen Zone parken (müssen). Viele suchen daher nach einer Lösung, um vom Auto schnell und umverschwitzt ins Büro zu kommen. Wir wollen daher sehen, ob das für uns auch funktioniert und wieviel man sich durch einen CityJet an Lauferei ersparen kann. Unseren VW Bus parken wir deshalb in Portixol am Hafen, ca. 4 km außerhalb der Innenstadt und steuern unser Büro an, das exakt in der Stadtmitte an der Jamie III liegt.

E-Mobilität im Kofferraum-Format

Mit nur etwa 98 cm Länge und 20 cm tiefe passt der schwarze Flitzer überall in jedes Auto. Also kein Problem. Das Einklappen ist ein Handgriff und benötigt 1 Sekunde. Super!

In Portixol angekommen wird der Roller elegant aufgeklappt, angeschaltet und los gehts am Meer entlang in Richtung Büro. Der C1 erfordert einen initiales Anschub, um den Motor zu aktivieren, läuft dann weich an und beschleunigt mich zügig bis auf eine Geschwindigkeit von maximal 25 km.

Anfangs benötigt man etwas Praxis, bis man sich mit der sehr direkten Lenkung und an den kleinen Wenderadius gewohnt hat. Mit etwas Körpereinsatz und Dynamik hat man aber schnell den Dreh raus und schwingt elegant seine Kurven. Der Radweg von Portixol nach Palma ist weich belegt und sorgt für ein sehr angenehmes Fahrgefühl.

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Nach knapp 5 Minuten Fahrzeit ist die Einfahrt zur Innenstadt erreicht. Von hier aus geht es den Paseo des Borne hinauf in Richtung Jamie III. Da es bereits 9 Uhr ist, sind schon viele Touristen und Fußgänger unterwegs und man muss feinfühliger mit Gas, Bremse und der Lenkung arbeiten, um gut zwischen den Leuten durchzukommen. Schnelles Fahren auf Kopfsteinpflaster ist dazu eher unangehm, so daß man da dann eher schiebt oder den Roller hochnimmt.

Die Bergaufstrecke an der Jaime III nimmt der schwarze Stadt-Jet dann mit Schwung und ohne spürbare Belastung. Am Corte Inges dann der Linksschwung in die Calle Protektor runter, wo sich dann die E-Bremse als hilfreich und sehr wirkungsvoll erweist. Vom Bremsgefühl her ist die Verwendung der Rückradbremse aber angenehmer, weil weicher dosierbar.

Die Fahrtzeit: Von Portixol ins Büro in 7 Minuten. Ohne Schwitzen und ganz entspannt. Im Büro passt der eingeklappte Roller überall hin und darf sich am Ladegerät erholen. Was aber nicht unbedingt notwendig ist, da der Ladestand immer noch bei 95 % steht.

Die Laufzeit hätte von Portixol aus rund 20 Minuten betragen, davon ein großer Teil in der Sonne, was bei Sommertemperaturen von bis zu 38 Grad sehr unangenehm sein kann. Vor allem für die Kollegen.

Und wenn man sich so einen Garagenplatz (rund 120 Euro/ Monat) ersparen kann, lohnt sich die Anschaffung alleine schon dadurch.

Nichts für Schüchterne: Man wird beachtet

Das dahingleiten auf lautlosen Rädern überrascht viele Menschen immer noch und so schauen viele Leute zweimal hin oder machen Fotos. Zumal die CityJets ihr technisches Innenleben nicht in Form von den üblichen Akkupacks oder sichtbaren Antriebseinheiten präsentieren. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie schicke High-End Tretroller.

Im Café wird man auf den CityJet schnell angesprochen und erntet bewundernden Zuspruch. Die Optik ist sehr gelungen und macht die Stadt-Flitzer zu einem urbanen Accessoire mit Mehrwert. Lediglich der Preis sorgt dann oft zu Erstaunen: Der C1 kostet 1280 Euro, der fast indentische A1 ist mit 850 Euro immerhin gut unter der 1000 Euro-Marke.

Wer von hinten an Passanten herangleitet, merkt schnell, das in Europa noch niemand mit lautlosen Gefährten rechnet. Es ist also anzuraten, vorausschauend und Rücksichtsvoll zu fahren.

Inzwischen bieten viele Radvermietungen und Hotels die schwarzen Taschenroller zur Miete an.

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