Kreuzfahrt Mallorca: Insel will die Schiffe begrenzen

Viele Anwohner Palmas fordern seit Jahren eine Begrenzung des Kreuzfahrt-Verkehrs auf Mallorca. Besonders 2016 werden besonders viele schwimmende Hotelburgen in Palma erwartet. Das gerade fertiggestellte und ab sofort größte Kreuzfahrtschiff der Welt, die „Harmony of the Seas“ wird als eines seiner ersten Ziele Mallorca ansteuern und ab Juni sogar wöchentlich in Palma anlegen. Alleine dieses Schiff wird dann bis zu 6300 Kreuzfahrer auf die Insel spucken.

Die Anwohner fordern, täglich nicht mehr als 4 der schwimmenden Hotelanlagen anlegen zu lassen, bisher seien es teilweise 6 Kreuzer auf einmal, was die Stadt komplett überfordere.

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Kreuzfahrttouristen sind für die Inselwirtschaft uninteressanter als Airbnb-Mieter

Besonders regen sich die Bewohner Palmas darüber auf, das die Kreuzfahrttouristen kaum Wirkung auf den Umsatz der Stadt hätten: „Ein Kreuzfahrttourist wohnt auf dem Schiff, frühstückt auf dem Schiff und isst auf dem Schiff zu Abend. Die einzigen, die profitieren, sind ein paar Souvenirgeschäfte, Straßenhändler, Eisdielen und Tagestouranbieter, wirklich Umsatz machen die anderen Geschäfte nicht!“ verrät uns ein Gastronom aus Palma. Viel mehr Umsatz mache er mit Stadt-Touristen, die meistens privat unterkommen. Auch die Playa-Pauschaltouristen spielen in Palma nur bei Regen eine Rolle, sagt er.

Laut Mallorcazeitung sehen das aber nicht alle so:

Händler, Gastronomen, und Taxifahrer warnen davor, die Zahl der Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma zu deckeln. Vor wenigen Tagen hatte die Balearen-Regierung einen entsprechenden Vorschlag gemacht. Anwohner hatten sich wiederholt beklagt, dass die Innenstadt von Palma von Menschenmassen überrannt wird, wenn mehrere Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig im Port anlegen.

„Es stimmt nicht, dass der Kreuzfahrt-Tourismus die Innenstadt verstopft“, sagte der Vorsitzende der nautischen Unternehmen, Miquel Puigserver. Das Phänomen der überlaufenen City sei auf vielerlei Gründe zurückzuführen, es gebe viele Fehlinformationen. Nicht jeder Kreuzfahrt-Gast suche die City auf. Fakt sei, dass in der Regel ein Drittel der Passagiere gar nicht von Bord gingen und ein weiterer großer Anteil Ausflüge über die ganze Insel buche. Wenn man zur Vermeidung einer überfüllten Stadt die Zahl der Schiffseinläufe reduzieren wolle, „dann müsste man das auch mit dem Flughafen machen“, sagte Puigserver.

So wie der Unternehmer betonten auch andere Verbandssprecher die „enorme“ Bedeutung, die der Kreuzfahr-Tourismus für die Einnahmen der Lokale, Läden und Fuhrunternehmen sowie für die Arbeitsplätze habe. „Alles, was Reichtum für Mallorca produziert, muss erhalten bleiben“, sagte der Präsident des Einzelhandelsverbandes von Mallorca gegenüber der Mallorcazeitung.

Umweltschützer sehen die Kreuzfahrtschiffe in Palma auch kritisch

Abgase und Abwässer der Riesen-Pötte und der Schlepper stellen in der Bucht von Palma laut Umweltverbänden eine große Belastung für die Luftqualität und Wasserqualität dar. Wer die riesigen Rauchschleppen, die die Hotelbojen ausstoßen von Strand Palmas aus betrachtet, versteht, warum auch hier eine Begrenzung Sinn machen kann.

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