Mallorcas Nordostküste von Desastern heimgesucht

Der Nordosten Mallorcas wird momentan von einer Reihe von Desastern heimgesucht. Wie wir bereits letzte Woche berichtet haben, hat ein Feuer 23 Hektar Kiefernwald in Sa Canova de Artà zerstört. Die Flammen haben in der Nähe des Naturstrands eine schwarzgraue Schneise hinterlassen.

Hinzu kam noch ein Leck in der Leitung in einer Kläranlage, das rund 4 Hektar des Feuchtgebiets s‘Albufera verunreinigt hat. All das befeuert die Debatte um eine Ausweitung der Schutzgebiete.

Die Anwohner in Artà fühlen sich von der balearischen Linksregierung und deren Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik im Stich gelassen, da sich auf die Pläne für das Naturschutzgebiet Es Trenc und die Tramuntana konzentriert wird, anstelle sich mit der akuten Lage in Artà auseinanderzusetzen.

Feuchtgebiet s‘Albufera

Die Gemeinde Sa Canova fordert, dass der Naturpark Llevant ausgeweitet wird. Dadurch wäre dann die Regierung dafür zuständig das Waldgebiet zu schützen.

Derzeit misst das Naturschutzgebiet rund 1.648 Hektar. Bereits 2003 sollte das Gebiet vergrößert werden, doch da die Linksregierung abgewählt wurde, kam es nicht mehr dazu. Die konservative Partei verkleinerte den Park daraufhin sogar noch.

Der Bürgermeister Bartomeu Gili der Gemeinde Artà plädiert dafür, dass mit der seit Juli eingeführten Touristensteuer Grundstücke und Häuser, die in dem Gebiet zum Verkauf stehen, von der Regierung gekauft werden sollen. Mittlerweile sind auch viele Privatbesitzer für die Ausweitung des Schutzgebietes, da sie so Fördergelder erhalten würden.

Wie eine Sprecherin des Landesumweltministeriums mitteilte, sind derzeit keine neuen Projekte für Llevant geplant, da das Personal fehlen würde. Derzeit werden die finanziellen Mittel vor allem für die Pipeline, die Ausweitung des Nationalparks Cabrera, die Ausweisung des Naturschutzgebiets Es Trenc und verschiedene Meeresschutzgebiete eingesetzt.

Im Feuchtgebiet s‘Albufera wurde nun endgültig der Bau eines Golfplatzes verhindert, der genau in dem Bereich, wo das Abwasser ausgetreten ist, erbaut werden sollte. Aus dem Leck traten rund 20.000 Kubikmeter Abwasser aus. Obwohl ein Teil abgesaugt werden konnte, sickerte der Rest in den Boden. Bereits vorher klagte die Parkleitung über Probleme mit der Wasserqualität. Die veraltete Leitung wurde trotzdem nicht gewartet. Das Wasserwirtschaftsamt begründete ihr Nichtstun damit, dass eine Kläranlage in Can Picafort geplant sei. Dazu muss man wissen, dass dieses Projekt bereits seit 10 Jahren geplant ist und von der Gemeinde Santa Margalida boykottiert wird.

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