Polizeiskandal Mallorca: Was viele schon geahnt haben…

Mallorca wird seit Wochen von einem schweren Polizeiskandal erschüttert: Während die Ordnungshüter offiziell für Ruhe, Sicherheit und Ordnung sorgen sollen, erscheint die örtliche  Polizei nun in einem ganz anderen Licht. Es ist von Korruption die Rede, von Vorteilsnahme, Erpressung, Nötigung und Rechtsbeugung. Mittlerweile sind über 65 zum Teil führende Mitglieder der Lokalpolizei verhört worden, 6 befinden sich zur Zeit in Untersuchungshaft. Gesten wurde die Geheimhaltung aufgehoben und natürlich erscheinen neue Tatsachen und weiterführende mögliche Verwicklungen auch von führenden Lokalpolitikern:

Korruption Mallorca

Die Beschuldigten sollen laut Mallorca-Magazin und Dario de Mallorca an den Amüsiermeilen an der Playa de Palma, dem Paseo Marítimo sowie in Magaluf die Betreiber von Freizeitlokalen ungleich behandelt haben. Wer „Freund“ der Polizei war, hatte keine Kontrollen zu befürchten. Bezahlt wurden die illegalen „Dienstleistungen“ der Polizisten mit Geld, Drogen und Gratis-Sex mit Prostituierten. Die beschuldigten Beamten sollen von ihren Vorgesetzten und zum Teil von Politikern im Rathaus von Palma protegiert worden sein.

Auch die gute alte Tante PP erscheint in den Akten:

Der Vorsitzende des Ortsverbands der Konservativen (Partido Popular, PP) in Palma, José María Rodríguez, wird verdächtigt, in den Korruptionsskandal der Ortspolizei der Balearen-Hauptstadt verwickelt zu sein. Wie die Tageszeitung „Diario de Mallorca“ am Mittwoch (29.6.) berichtet, hätten Prostituierte als Zeuginnen ausgesagt und den Politiker anhand von Fotos identifiziert.

Laut Diario de Mallorca hätte er zu einer Gruppe von Politikern und Polizisten gehört, die in Nachtclubs kostenlos konsumiert und Dienstleistungen von Prostituierten in Anspruch genommen hätten. Im Gegenzug, so vermuten die Ermittler, seien die Besitzer der Nachtclubs vermutlich bei Polizeikontrollen bevorzugt behandelt worden.

Der PP-Vorsitzende bestreitet sämtliche Vorwürfe: Er hätte „keinerlei sexuelle Dienstleistungen in Anspruch genommen…“.

Es kommt nicht überraschend… eigentlich

Wer jemals auf Mallorca ein Geschäft oder ein Lokal eröffnen wollte, hat es schon erlebt: Die Polizei kontrolliert und verteilt zum Teil erhebliche Strafen auch bei kleinen Vergehen. Nur nicht überall. Und nicht immer. Der eine hat 10 Tische mehr als erlaubt auf der Terrasse? Kein Problem. Ein anderer hat die Sperrstunde um 10 Minuten überschritten? Strafe. Jetzt wissen wir, warum das so war. Davor haben wir es nur geahnt…

 

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