Smarte Stromzähler- Der Spion aus der Steckdose

Was Smart Meter über uns verraten- Der Spion aus der Steckdose

Mieter und Eigentümer von Wohnungen bekamen in den letzten Wochen Post von der Endesa mit dem Hinweis, das demnächst der Stromzähler auf ein sogenanntes Smart-Meter (sin contador Intelligente) umgerüstet wird.

Hintergrund ist die Umstellung auf neue, flexible Stromtarife und deren  Abrechnung, die in Zukunft quasi in Echtzeit erfolgen soll und bis zu 70 unterschiedliche Tarifklassen beinhalten. Die Zähler messen als den exakten Stromverbrauch im Milisekundentakt.

Ein Smart Meter ist im Grunde nichts anderes als ein herkömmlicher Stromzähler, der mit einem Computer gekoppelt wird. Dieser registriert, wann und wie viel Strom verbraucht wird, er kann Großgeräte wie Kühl- und Gefrierschränke, die Beleuchtung oder die elektrische Heizung kontrollieren und steuern.

Smart meter können aber noch viel mehr :

Sie sollen uns helfen, Strom zu sparen, verraten auch viel über uns – zum Beispiel, was wir uns gern im Fernsehen anschauen.

IT-Spezialisten haben nachgeforscht was alles von einem Smart-Meter übermittelt wird und waren erschrocken und fasziniert zugleich:

Durch Steckdosenlöcher sieht man eine Küche

Professor Ulrich Greveler und sein Team vom Labor für IT-Sicherheit der FH Münster waren zunächst erstaunt, dann erschrocken und fasziniert zugleich: Sie hatten vom Bundesforschungsministerium den Auftrag erhalten, herausfinden, was intelligente Stromzähler über Hausbewohner verraten. So ein Smart Meter muss laut Gesetz mittlerweile in jedem Neubau und nach der Grundsanierung von Altbauten installiert werden. Die Forscher bestellten einen intelligenten Zähler beim Aachener Energieberatungsunternehmen Discovergy für einen durchschnittlichen Privathaushalt in NRW. Discovergy beauftragte einen Handwerker, der den klassischen Ferraris-Zähler gegen einen digitalen Zähler der Bielefelder Firma Easymeter austauschte. Während beim alten Zähler der Stand nur ein Mal im Jahr vom Menschen abgelesen wird, misst der neue den Verbrauch alle zwei Sekunden und schickt die Daten über das Internet an die Rechenzentrum von Discovergy. Der Kunde kann sich auf einer Internetseite über seinen Verbrauch informieren und Stromfresser im Haushalt identifizieren. Mit diesem Service werben Anbieter der neuen Zähler.

Jedes Haushaltsgerät und Person hat eine individuelle Verbrauchskurve, daran kann man sie erkennen

Die Forscher griffen die Daten auf dem Weg dorthin ab, was nicht schwer war, da sie unverschlüsselt übertragen wurden – ein Fehler, den die Firma mittlerweile durch ein Softwareupdate behoben hat. Frühere Tests hatten bereits gezeigt, dass man anhand dieser Daten einzelne Haushaltsgeräte eindeutig identifizieren kann, anhand ihrer Stromverbrauchskurven. Ein Kühlschrank etwa springt in der Regel für eine Viertelstunde an, um dann eine halbe Stunde fast ruhig zu sein. Eine Mikrowelle verbraucht innerhalb weniger Betriebsminuten mehrfach nur für wenige Sekunden sehr viel Energie.

So konnte das Team der FH Münster exakt nachvollziehen, wann die Bewohner Kühlschrank, Herd, Wasserkocher, Durchlauferhitzer, Toaster, Lampen, Waschmaschine und Fernseher benutzt haben. Die Forscher stellten sogar fest, was für einen Film sie schauten. Das funktionierte so: Die Privatleute hatten einen handelsüblichen Flachbildschirmfernseher, der helle Szenen mit einer Hintergrundbeleuchtung verstärkt. Der Stromzähler registrierte im Test bei diesen Szenen einen Mehrverbrauch von 75 Watt gegenüber den dunklen Szenen. Da die Forscher das Hell-Dunkel-Profil des Testfilms kannten, konnten sie exakt nachweisen, wann er angeschaut wurde.

Auch hat jede Person ein sehr klar erkennbares, individuelles „Stromprofil“: Kaffee aufsetzen und dann duschen? Morgens um halb 7 geht der Wasserkoscher an, dann sofort der Boiler? Das ist klar zuzuordnen, weil Menschen sich an persönliche Abläufe halten, die sich unterscheiden.

Für Ferienvermieter und Airbnb Anbieter können sich diese Smart Meter noch als sehr teuer erweisen:

Mit den erhobenen Daten kann man sehr einfach ermitteln, exakt wann und wieviele Leute in einer Wohnung waren. Das sind Daten, die in Spanien den Fiskus interessieren dürften, da anhand der Stromrechnung nun klar bewiesen werden kann, an exakt welchen Tagen die Wohnung benutzt wurde.

 

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