Strandartikel vermieten statt Mallorca-Steuer?

Auf Mallorca leben rund 880.000 Einwohner, die sich ihre kleine Heimat mit bis zu 14 Millionen Touristen, die jährlich die Insel besuchen, teilen müssen. Das diese Massen an Besuchern auch Folgen für die Umwelt und die Wasserqualität hat, ist seit Jahren bekannt und sorgt auf der Insel für viel Verdruss bei der Bevölkerung.

Die Balearen steuern nun mit einer Touristen-Steuer dagegen und erheben mit bis zu 2 Euro pro Übernachtung eine „EcoTasa“, die vorwiegend dem Umweltschutz zugute kommen soll. Zusätzlich sollen laut Inselverwaltung bis zu 700 Arbeitsplätze durch diese Maßnahmen geschaffen werden.

billige PVC Strandartikel

Die „Chinas“- Eine Schattenbranche mit Riesen-Umsätzen

Jeder, der schon mal auf den Balearen war, hat die mit Strand-Schrott überfüllten Müllcontainer, liegengebliebene Luftmatratzen und Berge von verbogenen Billigsonnenschirmen gesehen, die jährlich auf der Insel liegen bleiben.

99 Prozent der auf Mallorca angebotenen Strandartikel werden nicht auf Mallorca oder in Spanien produziert, sondern kommen direkt aus chinesischen Fabriken mit dem Überseecontainer und werden auch vorwiegend von „Chinos“ verkauft, deren Verkaufsbuden die Strandpromenaden säumen und in denen billigste PVC-Artikel, Sonnenschirme, Strandliegen, Handtücher und Plastik-Wasserspielzeug angeboten werden.

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Alleine an den Touristenzahlen und den durchschnittlichen Mengen an erworbenen Strandartikeln kann man sich den Umsatz dieser reinen Handelsbranche schnell hochrechnen. Und die Menge an Müll, den dann die Allgemeinheit zu entsorgen hat. Denn kaum eine dieser 2,99 Euro Luftmatratzen wird nach Hause mitgenommen. Sie landen bestenfalls im Müllcontainer, schlimmstenfalls jedoch im Meer oder in den Dünen der Naturstrände.

Selber machen- Arbeit schaffen und die Umwelt schonen

Würde man nur die Hälfte der Millionen von Strandschirmen, Luftmatratzen, Kühlboxen und Handtücher einfach direkt auf Mallorca produzieren, hätte man eine zu 100 % erfolgreiche Kleinindustrie, deren Umsatz praktisch garantiert wäre. Gleichzeitig könnte man diese Artikel nicht nur zum Verkauf anbieten, sondern auch vermieten und weiterverwenden. Der Umsatz wäre dadurch bei erheblich geringerem Materialaufwand um ein Vielfaches höher als bei einem Verkauf. Schön und hochwertig könnten die Produkte auch noch sein. Im Winter würde dann nicht Müll geräumt, sondern produziert, repariert und wieder für die Saison vorbereitet.

Wird aber wohl nicht passieren. Lieber erheben wir eine Touristen-Steuer auf Mallorca, die dann dazu verwendet wird, den Plastikmüll wieder wegzuräumen, den man auch hätte vermeiden können. Und die chinesischen Fabriken? Die laufen weiterhin auf Vollgas, während bei uns die Jugend keine Arbeit findet. Lustiges Mallorca.

Hier kann man bereits Strandartikel für seinen Urlaub mieten und damit die Umwelt schonen!

 

 

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One thought on “Strandartikel vermieten statt Mallorca-Steuer?

  1. Ich sammle in meinem Urlaub dann und wann den Müll ein und schmeiße ihn in die dafür vorgesehenen Müllkontainer – nach Wertstoff getrennt. Leider schmeißen oft die Einheimischen selbst das Zeug wieder zusammen auf einen Haufen. Meine Mühe wird die Welt nicht besser machen. Wäre ich aber der Bürgermeister / Kommunalpolitiker o.a., gäbe es keine Billigprodukte aus Drittländern, wie China, deren vergifteter Müll für Billigurlauber hergestellt und am Strand verscherbelt wird. Aber weil eben ALLE, auch die Einheimischen selbst, schnell verdienen wollen und die eigene Natur am A… vorbei geht, ist auch das Wunschdenken.
    Mein Wunsch wäre ohnehin mehr Natur. Nicht nur für das Auge am Strand, sondern auch bei der Produktion / Ergeugung von Gebracuhsmaterialien und Lebensmitteln. Das hieße: mehr naturbelassenes Material verwenden, Landwirtschaft ohne Pestizide, Wasser- und Luftschutz durch weniger Abgase und Einleitungen in die Meere/Flüsse usw.. Doch so lange Europa keine Gesetze schafft, die Verbindlich umgesetzt werden müsen – ohne wenn und aber und ohne juristische Freiheiten – so lange ist das Wunschdenken.
    In den letzten Jahren muss ich auch in meiner Heimat mvermehrten Müll in den Wäldern entdecken. Das wurmt mich so sehr, dass mich oft die Wut packt.
    Ich fürchte, ich werde eine konsequente Umsetzung des Umdenkens nicht mehr erleben.

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