Touristensteuer soll Jobs schaffen: Gibt es bessere Ideen?

Kurz vor Inkrafttreten der Tourismussteuer auf Mallorca am 1. Juli hat der balearische Tourismusminister Biel Barceló  die Ergebnisse einer Auftragsstudie zu den Auswirkungen der Abgabe vorgestellt. Die Gebühr komme dem Inlandsprodukt der Balkanischen Inseln zugute und schaffe in Folge der geplanten Investitionen in Umwelt- und Infrastrukturprojekte zahlreiche Arbeitsplätze, so Barceló. Das ist natürlich Quatsch.

Bürokratie Mallorca

Steuern schaffen keine Arbeitsplätze, das können nur Unternehmen

Durch Steuern nimmt der Staat zwar Geld ein, das er dann ausgeben kann. Da aber bei einer Staatsquote von 50 %, enormer Korruption und ineffizienten Bürokratien wie in Spanien von 10 Euro, die der Staat einnimmt, nur etwa 1 Euro wieder seinen Weg in die Wirtschaft findet, ist das der ineffektivste Weg, um Arbeitsplätze auf Mallorca zu schaffen.

Wir haben ein paar Vorschläge in der Redaktion gesammelt, die wesentlich effektiver, nachhaltig und billiger wären:

1.) Fördert Kleinunternehmer und vereinfacht Gründungen

Wer in Spanien ein kleines Unternehmen oder einen Laden eröffnen will, muss über eine Vielzahl sinnloser und komplizierter bürokratischer Hürden springen. Die Prozesse in den Ämtern sind derart ineffizient, das für eine einfache Gewerbeanmeldung Wochen benötigt werden. Im Sommer passiert in den Behörden gar nichts, so daß eine Lizenz für eine kleine Radvermietung bis zu 3 Monate dauert.

Fazit: Lasst junge Unternehmen einfach mal machen, dann bekommt ihr Arbeitsplätze. Ganz ohne Touristensteuer.

2.) Setzt auf Technologie, Produktion und Ideenreichtum junger Gründer statt auf Tourismus

Mallorca hat keinerlei nennenswerte Produktion oder Industrie. Millionen von Euro werden jährlich von Touristen für Sonnenschirme,  Strandkörbe, Handtücher, Kühlboxen, Kosmetik, Sonnenschutz, Souvenirs und Luftmatratzen ausgegeben. Produziert wird davon auf Mallorca: NICHTS. Stattdessen kommt die begehrte Ware in Containern aus China.

Fazit: Sorgt für Lust auf Gründung, unterstützt lokale Unternehmen. Und leerstehende öffentliche Gebäude habt ihr genug.

3.) Die Zukunft ist solar, Mallorca will aber nicht

Mallorca könnte ein Leuchtturmprojekt für nachhaltige Energien, mobile Fahrzeuge und Solartechnik in der EU werden. Statt dessen: Sonnensteuern, Protektionismus für die Strom-Giganten, keine E-Tankstellen, Mietwagen, die auf Diesel fahren.

Fazit: Jagt die ENDESA aufs Festland und baut Solaranlagen auf JEDES Dach. Dann habt ihr Arbeitsplätze! Und zwar auch für Menschen, die mehr können als ein Bier auf eine Terrasse tragen. Umd Strom umsonst gibt es gratis dazu.

4.) Bildung, Sprachen und Weltoffenheit

Catalan und Mallorquin sind TOLL. Sprachen voller Tradition. Wunderbar. Nur leider spricht sie keiner außerhalb dieser Region. Deshalb arbeiten auf Mallorca immer mehr Ausländer in der Serviceindustrie, Gastronomie und in den gut bezahlten Management-Ebenen der ansässigen internationalen Tourismus-Konzerne. Überall auf der Welt haben das die Tourismus-Zentren verstanden und dafür gesorgt, das das Personal Sprachen kann. Auf Mallorca: Fehlanzeige. Nicht mal Taxifahrer können Englisch.

Fazit: Kostenlose Sprachkurse für alle Service-Mitarbeiter und Gründer.

5.) Baut wieder Essen an auf Mallorca

50 % der landwirtschaftlichen Grundstücke liegen brach und vertrocknen. Lebensmittel kommen vom Festland und werden in Mega-Supermärkten verkauft, in denen 10 Leute arbeiten für 6 Euro die Stunde. Fördert alternativen Landbau, Permakultur, Landwirtschaft. Macht das beste Olivenöl der Welt, beliefert Marzipan-Hersteller mit Euren Mandeln, macht Limo aus Euren Zitronen.

Fazit: Selber machen statt importieren. DAS schafft Arbeitsplätze vor Ort und für besseres Essen. Und die Insel wird auch schöner dabei.

Und wenn das alles gemacht ist, dann kann das Geld aus der Tourismus-Steuer da hin wo es hingehört: Bezahlt Lehrer wieder anständig. Baut öffentliche Toiletten. Repariert die maroden Wasserleitungen, die 60 % des Wassers in den Boden lassen. Sorgt für funktionierende Busse und Bahnen. Denn DAS ist die eigentliche Aufgabe des Staates!

 

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